
Figueras 1904
- Figueras 1989
Bereits als 14-Jähriger besucht Salvador Felipe Jacinto Dalí y Domenech Malkurse an der städtischen Kunstschule in seiner Heimatstadt Figueras. Dali studiert ab 1921 an der Kunstakademie Madrid und lernt dort Vertreter der künstlerischen Avantgarde wie Luis Buñuel und Federico Garcia Lorca kennen. Er gerät zunehmend unter den Einfluss der pittura metafisica von Giorgio de Chirico und Carlo Carrà. Dali wird von der Akademie verwiesen. Er beschäftigt sich ab 1926 verstärkt mit dem italienischen Futurismus, 1928 geht er nach Paris. In Paris kommt Dali mit der surrealistischen Bewegung um André Breton in Berührung. Dali, der mit dem Werk Sigmund Freuds vertraut ist, verbindet zunehmend das Traumhafte mit dem künstlerischen Mittel des Automatismus. Paranoide Wahnvorstellungen werden mit Elementen des Unterbewußten und irreale Phantasien mit altmeisterlich- akribischer Maltechnik verbunden. In Paris, in der Galerie Goemans, wird bereits seine erste Ausstellung 1929 zu einem großen Erfolg. Zusammen mit Buñuel entstehen in dieser Zeit zwei surrealistische Filme. Durch die Teilnahme an der Ausstellung "Surrealist Paintings, Drawings and Photographs" in der Julien Levy Gallery in New York, macht er den Schritt in die amerikanische Öffentlichkeit. Es kommt 1934 zum Bruch mit der surrealistischen Gruppe um Breton. Die folgenden Jahre verbringt Dalí in New York. Bereits 1941 wird dort seine erste große Retrospektive gezeigt. Für drei Ballettaufführungen entwirft Dali drei Jahre später die Kostüme und Bühnenbilder. Er verfasst zahlreiche theoretische Texte. Zusammen mit Walt Disney schafft der Künstler in Hollywood das Bühnenbild für die berühmte Traumszene in Alfred Hitchcocks Film "Spellbound, The House of Dr. Edwards". Es entstehen daneben zahlreiche Illustrationen für verschiedene Buchausgaben des amerikanischen Verlages Doubleday. 1948 kehrt der Künstler nach Spanien zurück. Zunehmend religiös-mystische Versatzstücke zeigt das dort entstandene Spätwerk. Dalí setzt sich zu dieser Zeit intensiv mit physikalischen Theorien auseinander. Der Künstler präsentiert in den folgenden Jahren seine aktuellen Werke in mehreren großen Ausstellungen, u.a. in Rom, Venedig und New York. Der Künstler erhebt Ende der 1950er die "Provokation zum prophetischen System". Er zelebriert dieses Prinzip in zahlreichen Happenings, welche in den 1960er Jahren großes Aufsehen erregen. Zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen werden Dali zuteil: 1964 den Orden der Königin Isabella, 1978 wird er in die Académie des Beaux-Arts de L'Institut de France aufgenommen. Ab dem Jahr 1982 trägt er den Titel "Marquis de Púbol" und 1971 wird in Cleveland das Salvador Dalí Museum eröffnet. Mit einer Reihe von Retrospektiv-Ausstellungen wird Dali in der folgenden Zeit geehrt, 1979 im Centre Pompidou, Paris und der Tate Gallery, London, 1983 in Madrid und Barcelona. Der Bau des Theater-Museums in seinem Geburtsort Figueras, ist sein letztes großes Werk. Diesem widmet sich der Künstler in den 1970er Jahren.